PR-NIS Grenzwerte der Stadt Zürich

Die Stadt Zürich will sämtliche gebäudetechnischen Grundinstallationen stadteigener Gebäude bezüglich ihrer elektromagnetischen Immissionen nach einheitlichen Vorgaben behandeln, um für alle Nutzer gleiche Bedingungen zu schaffen. Aus diesem Grund wurden die "Planungsrichtlinie Nichtionisierende Strahlung PR-NIS" erschaffen. Die Nutzenden und Betreibenden erhalten ein elektromagnetisch immisionsarmes Innenraumklima in Räumen, wo sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten. Für Personen, welche möglicherweise als besonders empfindlich eingestuft sind (z.B. Kinder und pflegebedürftige Personen), wird ein erhöhter Schutz vor nichtionisierender Strahlung angestrebt. Die PR-NIS macht keine Vorgaben zur Strahlungsbegrenzung von mobilen Geräten (PC, Drucker, mobile Telefone).

Grenzwerte der Stadt Zürich im Vergleich mit den Grenzwerten der NISV am Beispiel der Immissionen bei 50Hz.

Hausinstallationen Transformerstationen
Nutzungszone B (NZB)
(PR-NIS)
Nutzungszone A (NZA)
(PR-NIS)
OMEN
(NISV)
Nicht empfindliche Nutzung
(NISV / PR-NIS)
>4h / Tag oder
>800h / Jahr
>4h / Tag oder
>800h / Jahr
>4h / Tag oder
>800h / Jahr
<4h / Tag oder
<800h / Jahr
 GNZB GNZA  AGW IGW

 1µT
500V/m

0.4µT
50V/m
1µT
5kV/m
100µT
5kV/m

 

Grenzwerte nach Nutzung

Kategorie Nutzung Nutzung SIA
2024
NZB
GNZB*
NZA
GNZA*
Bemerkungen
Allgemein Verkaufsfläche (Korridor, Eingang) X     zu allen Kategorien
  Nebenräume (Lager, Technik, Archiv) X     zu allen Kategorien
  WC, Bad, Dusche X     zu allen Kategorien
  Lagerhalle, Spedition X X   nur Arbeitsbereich Personal
  Parkhaus (öffentlich, privat) X      
  Wasch- und Trockenraum X      
  Kinderspielplätze     X  
  Serverraum X      
  Baugrundstücke   X   auf denen empfindliche
Nutzung zugelassen ist
Wohnen Wohnraum, Schlafzimmer X   X  
  Küche (Wohnküche) X X    
  Arbeitszimmer, Bastelraum   X    
Verwaltung Einzel-, Gruppenbüro X X   zu allen Kategorien
  Grossraumbüro X X   zu allen Kategorien
  Sitzungszimmer X X   zu allen Kategorien
  Schalterhalle, Empfang X X   nur Arbeitsbereich Personal
Schulen und Sportgebäude Schulzimmer     X  
  Kindergarten, Kinderhort     X  
  Lehrerzimmer X X    
  Bibliothek X X    
  Hörsaal X X    
  Spezialräume (Physik-,
Chemiezimmer, Schulküche)
X X    
  Turnhalle, Sporthalle X X    
  Fitnessraum X X    
  Schwimmhalle X X    
  Garderoben, Duschen X      

Versammlungslokale

Vorstellungsraum (Theater, Kino) X      
  Mehrzweckhalle X      
  Ausstellungshalle X      
Spitäler, Krankenheime Bettenzimmer X   X  
  Stationszimmer X X    
  Behandlungsräume X X    
Reastaurant Restaurant X      
  Selbstbedienungsrestaurant
(Kantine)
X X   nur Arbeitsbereich Personal
  Küche zu Reastaurant X X    
  Küche zu Selbstbedienungs-
restaurant
X X    
  Kühlraum X      
Hotel Hotelzimmer X X    
  Empfang, Lobby X      
Industrie Produktion (grobe Arbeit) X     gemäss SUVA
  Produktion (feine Arbeit) X     gemäss SUVA
Verkauf Verkauf: Möbel X      
  Lebensmittelverkauf X      
  Bau+Garten X      
  Supermarkt (Food/Nonfood) X      
  Fachmärkte, Warenhäuser X      
  Bijoutrie X      
  Kassierbereich   X    

*GNZA, GNZB = Grenzwert Nutzungszone A/B

Grenzwerte nach Feldern

Grenzwerte für niederfrequente (NF) und hochfrequente Felder (HF) Felder

Frequenz Grenzwerte Nutzungszone B
(GNZB) der Stadt Zürich
Grenzwerte Nutzungszone A
(GNZA) der Stadt Zürich
                Elektrische
Feldstärke
[V/m]
Magnetische
Flussdichte
[µT]
Elektrische
Feldstärke
[V/m]
Magnetische
Flussdichte
[µT]
1 Hz 1'000 0.4 100 100
25 Hz 1'000 0.4 100 100
50 Hz 500 0.4 50 50
2.5 kHz 10 0.4 1 1
1 MHz 10 0.4 1 1
10 MHz 3 0.01 0.3 0.3
400 MHz 3 --- 0.3 0.3
2 GHz 6 --- 0.6 0.6
300 GHz 6 --- 0.6 0.6

 

NIS-Zonenplan

Zonenplan PR-NISBeispiel eines Zonenplans gemäss PR-NISDer NIS-Zonenplan ist ein Bestandteil der Projektdokumentation. Er ist pro Projektphase zu erstellen, bei Projektänderungen anzupassen und beinhaltet Folgendes:

  • Grundrisspläne mit Raumgliederung und deren Zuordnung nach NZA, NZB und normaler Nutzung (richtige Anordnungen sind kostenneutral, Massnahmen sind aufwendig)
  • Verteilerstandorte und Steigzonen (ist von Planer zu spezifizieren)
  • Verlauf von Hauptleitungen und Trassen
  • Schnittpläne mit Informationen über angrenzende Bereiche
  • Angaben über integrierte oder externe Standorte von Transformatorenstationen, Mittelspannungs- und Niederspannungs-Schaltanlagen (inkl. Wohnungs-Sicherungsverteilungen), Energiezentralen, Liftanlagen sowie Antennensysteme (DECT, WLAN usw.).
  • Sämtliche aufgezählten technische Einrichtungen sind von Nutzungszonen A zu distanzieren.
    Der NIS-Zonenplan wird nach Einhaltung der PR-NIS pro Projektphase durch die Bauherrschaft frei gegeben.

 

Beispiel: Schirmung von Steigzone, Nutzungszone A, <04µT/400nT

Abschirmung Elektro-Steigzone PR-NISAbschirmung Elektro-Steigzone PR-NISDie Elektrosteigzonen in einem Pflegezentrum befinden sich in der Nähe von Räumen mit empfindlicher Nutzung, gemäss PR-NIS, die Nutzungszone A (NZA). Die NZA definiert als Grenzwert 0.4µT/400nT. Gemäss Simulation mit einem Strom von 3 x 25A beträgt die Feldstärke im ungeschirmten Zustand in den angrenzenden NZA Bereichen >0.4µT/400nT.

 
Damit die Feldstärke <0.4µT eingehalten werden, werden die Steigzonen mit einer magnetischen Abschirmung ausgekleidet. In nebenstehender Simulation wird nachgewiesen, dass die Feldstärke mit der Abschirmung in der NZA auf 0.1µT/100nT begrenzt wird.